72 Menschen ermordet
26. August 2010 von Dietrich
72 Menschen, allesamt arme Einwanderer, wurden in Tamaulipas, Mexiko zusammengetrieben und mit automatischen Waffen umgebracht, weil sie sich geweigert hatten, als Drogenkuriere zu arbeiten (FAZ: Entsetzen über Massaker in Mexiko). Was kann, was sollte getan werden, um solche Verbrechen künftig zu verhindern?
Das zentrale Problem sind die Milliarden an Dollar, welche die Drogenkatelle verdienen, weil Menschen in New York, London oder Berlin bereit sind, viel Geld für Drogen auszugeben.
Ein naheliegender Schritt ist die Legalisierung der Drogen, so daß diese wie Weizen, Schweinefleisch oder Organgensaft hergestellt, gehandelt und verkauft werden, ohne daß illegaler Anbau, Schmuggel und illegaler Verkauf notwendig sind. Den Drogenkartellen wäre ihre Existenzberechtigung entzogen.
Dem steht entgegen, ob der Staat zulassen will, daß ein Erwachsener genauso einfach Kokain wie Zigaretten oder Alkohol kaufen kann. Nun, darüber sollte diskutiert werden – die Belohnung ist hoch: keine Drogenkartelle und Tote in Drogenkriegen mehr – und das Geld, welches jetzt in die Bekämpfung der Drogenkartelle investiert wird, könnte der Erforschung der Drogen zugute kommen.
…und es geht weiter: 25 Menschen sterben bei Einsatz gegen Drogenkartell in Mexiko berichtet Spiegel Online am 2. September unter
http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,715440,00.html.
Eine Photostrecke von 12 Bildern informiert über die Anzahl der eingesetzten Soldaten, der Militärausgaben, der Drogentoten, der Drogenärkten und der Wege, die die Drogen von Erzeugung zu Verbrauch nehmen.
Beim Kokainverbrauch liegt die USA mit 165 Tonnen vor Europa mit 129 Tonnen.
Der Drogenkrieg geht weiter, Mexiko gelingt es, drei Drogenbosse zu verhaften.
Die Diskussion über die Legalisierung von Drogen intensiviert sich:
„In Lateinamerika ist längst auch eine Debatte um die Legalisierung von Rauschgift entbrannt. Drogen müssten entkriminalisiert werden, um den Kartellen die Geschäftsgrundlage zu entziehen und sie zu schwächen, fordert etwa der frühere mexikanische Präsident Vicente Fox. Zumindest Marihuana müsse legalisiert werden. Drei angesehene Ex-Präsidenten – der Brasilianer Fernando Henrique Cardoso, der Mexikaner Ernesto Zedillo und der Kolumbianer César Gaviria – hatten schon Anfang des Jahres dafür plädiert, Rauschgift kontrolliert freizugeben.“ wie der Spiegel unter http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,717150,00.html schreibt.